Kilokick Rezept und Erfahrungen – Die Wunderwaffe beim Abnehmen?

Kilokick mit Beeren Titelbild

Der Kilokick ist ein Gericht, das aus Eiweiß, Quark, Zitrone und etwas Süßstoff besteht. Da er angeblich dabei helfen soll über Nacht Gewicht zu verlieren, ist das Rezept mittlerweile vielen Leuten bekannt.

Doch funktioniert der Kilokick überhaupt und welche Erfahrungen haben Leute damit bereits gemacht? Genau das sehen wir uns im nachfolgenden Beitrag an.

Zusätzlich dazu findest du hier natürlich auch das originale Kilokick Rezept. Los geht's!

Der Gedanke hinter der Speise

Der Kilokick wurde mit dem Gedanken entwickelt, dass die Kombination aus Eiweiß und Zitrone die Fettverbrennung stark ankurbeln und man dadurch über Nacht an Gewicht verlieren würde.

Das Eiweiß stammt in diesem Fall aus Eiklar und Quark. Zusätzlich dazu wird auch noch auf frisch gepressten Zitronensaft und ein kalorienfreies Süßungsmittel gesetzt.

Wie man aber schon längere Zeit weiß, handelt es sich beim Kilokick nur um einen Mythos.

Denn wissenschaftlich gesehen gibt es keinen Beweis dafür, dass ein bestimmtes Lebensmittel oder Gewürz den Stoffwechsel so stark ankurbelt, dass es dadurch zum verstärkten Abbau von Körperfett kommt. Und schon gar nicht über Nacht!

Jeden selbst ernannten Abnehmguru oder angeblichen Experten, der dir den Kilokick empfiehlt, solltest du deshalb ernsthaft hinterfragen. Denn wenn er wirklich daran glaubt, dass so etwas funktionieren würde, dann hat er ganz einfach die Funktionsweise des menschlichen Körpers nicht verstanden.

Es ist mittlerweile eindeutig klar, dass das sogenannte Kaloriendefizit das Einzige ist, was im Endeffekt zum Abbau von Körperfett führt. Ganz egal was für Lebensmittel gegessen werden oder ob man sich Low Carb oder mit einer gesunden Mischkost ernährt: Das Kaloriendefizit ist immer der einzige Grund dafür, dass wir abnehmen!

Um 1 Kilogramm Körperfett abzubauen, müssen etwa 7000 Kalorien mehr verbraucht als gegessen werden. Und da der Kilokick zwar nicht kalorienreich ist, aber trotzdem Kalorien liefert, ist es auch komplett logisch, dass durch ihn kein direkter Fettabbau erfolgt.

Natürlich kann man die Quarkspeise mit Ei aber trotzdem essen, wenn man Lust auf etwas Süßes hat, das zusätzlich auch noch sehr viel Eiweiß liefert. Da Eiweiß beim Abnehmen enorm wichtig ist, um die Muskulatur zu schützen und für eine ausreichende Sättigung zu sorgen, kann der Kilokick also durchaus eine geeignete Wahl sein.

Das Rezept

Nachdem wir die Sinnhaftigkeit dieses Gerichts nun geklärt hätten, sehen wir uns jetzt das Kilokick Rezept an.

Für die originale Variante lautet es wie folgt:

Zutaten:

250g Magerquark / Magertopfen
Eine halbe Zitrone
2 Eier
Flüssigsüßstoff oder ein Süßungsmittel wie Xylit oder Erythrit

Zubereitung:

1.) Für den Kilokick zunächst die Zitrone auspressen.

2.) Die Eier trennen und das Eiweiß in eine Schüssel geben. Mit dem Handrührgerät solange schlagen bis sie komplett steif sind. Das Eigelb wird nicht benötigt und kann für ein anderes Gericht verwendet werden.

3.) Den Magerquark mit dem Zitronensaft und dem Süßungsmittel in einer weiteren Schüssel verrühren bis eine gleichmäßige Masse entsteht.

4.) Den geschlagenen Eischnee unterheben und das Gericht anschließend sofort genießen.


Gebackene Variante - ein anderes Rezept

Neben der originalen Variante von oben gibt es auch noch die Möglichkeit das Ganze zu backen.

Das Rezept ist hierbei genau dasselbe, nur dass der Kilokick abschließend in eine backofenfeste Form gegeben und dann für 30 Minuten bei 150°C Umluft im Backofen gegart wird.

Diese Variante eignet sich vor allem für Leute, die kein rohes Eiklar essen möchten.

Gefahren

Da beim Kilokick rohe Eier gegessen werden, besteht die Gefahr einer Salmonellenvergiftung. Dazu kann es beispielsweise kommen, wenn die Eierschale einen Sprung hatte, das Gericht nicht sofort gegessen oder in der Küche nicht sauber gearbeitet wird.

Auch eine Infektion mit Campylobacter wäre möglich.

Zwar lässt sich das Risiko für die erwähnten Erkrankungen durch die korrekte Handhabung der rohen Lebensmittel minimieren, aber gänzlich ausgeschlossen kann eine Lebensmittelinfektion hierbei nie.

Zusätzlich dazu kann durch die Aufnahme von rohem Eiklar auch Biotin (Vitamin B7) nicht mehr aufgenommen werden. Das liegt an einem Molekül namens Avidin, welches Biotin bindet und damit unverfügbar macht.

Aus diesen Gründen rate ich dazu nur die gebackene Variante zu essen oder auf Eiklar zurückzugreifen, das zuvor pasteurisiert wurde. Dabei sterben krankmachende Erreger nämlich ab.

Warum gibt es trotzdem so viele Erfahrungsberichte im Internet?

Im Internet berichten zahlreiche Leute über positive und negative Erfahrungen mit dem Kilokick. Doch warum kann es sein, dass das Ganze bei einigen Leuten funktioniert und bei anderen nicht?

Dafür gibt es im Endeffekt nur einen wirklichen Grund: nämlich komplett natürliche Gewichtsschwankungen. Und die können unterschiedlichste Ursachen haben, von denen wir uns nachfolgend einige ansehen werden.

1.) Es wird am Vortag weniger gegessen und dadurch wiegt man weniger

Wenn man am Vorabend wenig isst und sich am nächsten Morgen auf die Waage stellt, dann wiegt man meistens deutlich weniger. Nichts anderes passiert beim Kilokick, der ja anstelle der letzten Mahlzeit gegessen wird.

Da das Ganze nur um die 400 Gramm wiegt und fast ausschließlich aus Eiweiß besteht, zeigt die Waage am nächsten Tag einfach weniger an. Weniger Körperfett hat man deshalb allerdings nicht.

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2.) Gewichtsschwankungen durch verringerte Aufnahme von Salz

Viele Leute haben bereits Erfahrungen mit dem Kilokick gemacht, die positiv ausgefallen sind. Genau bei denselben Leuten ist es allerdings auch schon passiert, dass die angebliche Wunderwaffe bereits beim zweiten Mal nicht mehr gewirkt hat.

Das kann ganz einfach auch an der Menge Salz, die am Vortag gegessen wurde, liegen.

Es ist nämlich allgemein bekannt, dass eine erhöhte Salzzufuhr zu einer verstärkten Einspeicherung von Körperwasser führt.

Reduziert man die Salzaufnahme, so kommt es hingegen zu einer leichten Entwässerung und man wiegt am nächsten Tag etwas weniger.

Je nachdem wie viel Salz man also in den Mahlzeiten vor dem Kilokick isst, kann das einen Gewichtsverlust vortäuschen oder auch nicht.

Da es sich hierbei aber ohnehin nur um Wasser handelt, das verloren geht, ist das Ergebnis für den Fettabbau nicht relevant.


3.) Wasserverlust wegen Low Carb

Der Kilokick ist grundsätzlich sehr kohlenhydratarm, also Low Carb. Da es durch diese Ernährungsform auch zu einer Entwässerung kommt, kann das häufige Verzehren dieses Gerichts dazu führen, dass man weniger Körperwasser speichert und somit weniger wiegt.

Insgesamt handelt es sich hierbei aber auch nicht um Fett. Isst man nämlich irgendwann wieder mehr Kohlenhydrate, so nimmt man das verlorene Wasser automatisch wieder zu.


4.) Falsches Vorgehen beim Bestimmen des Körpergewichts

Oft kommt es auch vor, dass sich Leute komplett falsch wiegen und dadurch selten bis nie aussagekräftige Ergebnisse erhalten.

Das kann natürlich auch dazu beitragen, dass sie nach dem Essen des Kilokicks denken, sie hätten Körperfett abgebaut.

Wenn man sich zum Beispiel ein Mal wiegt, ohne davor auf die Toilette zu gehen und ein anderes Mal wiegt nachdem man auf die Toilette gegangen ist, dann ist es einfach nur logisch, dass man beim ersten Mal mehr wiegt.

Aus diesem Grund sollte man sich beim Abnehmen immer nur auf dieselbe Art und Weise wiegen. Nämlich direkt nach dem Aufstehen, nach dem Gang auf die Toilette und ohne davor etwas zu trinken!

Somit erhält man vergleichbare Ergebnisse und kann die Erfolge beim Abnehmen wirklich überprüfen.

Die Erfolge des Kilokicks sind also allesamt auf Schwankungen des Körpergewichts oder den Verlust von Wasser zurückzuführen.

Die Ursachen für diese beiden Effekte können vielfältig sein. Zum direkten Abbau von Körperfett führt das Essen dieser Speise allerdings nicht.

Was du statt dem Kilokick machen solltest

Der Kilokick ist das Paradebeispiel dafür, dass viele Menschen noch immer auf der Suche nach einem Wundermittel zum Abnehmen sind. Oft wird die Ernährung jahrelang vernachlässigt und dann soll in möglichst kurzer Zeit viel abgenommen werden.

Doch das ist natürlich die komplett falsche Herangehensweise. Und dass es derartige Wundermittel nicht gibt, ist hoffentlich sowieso jedem klar.

Nachfolgend möchte ich dir deshalb ein paar Tipps geben, die dir garantiert mehr bringen als der fragwürdige Kilokick.

1.) Gesunde Ernährung mit vielen unverarbeiteten Lebensmitteln

Eine gesunde Ernährungsweise ist nicht nur beim Abnehmen das A und O. Sie fördert auch dein generelles Wohlbefinden und trägt dazu bei, dass Krankheiten vermieden werden.

Achte deshalb darauf möglichst viele unverarbeitete Lebensmittel zu essen und ausreichend Obst und Gemüse in deinen Speiseplan einzubauen. Die 9 wichtigsten Grundregeln für eine gesunde Ernährung findest du hier.

2.) Nimm genügend Eiweiß zu dir

Wenn du abnehmen möchtest, ist die ausreichende Aufnahme von Eiweiß enorm wichtig. Denn Eiweiß sättigt besser als Kohlenhydrate und Fette, schützt deine Muskulatur vor dem Abbau und verbraucht bei der Verstoffwechselung am meisten Enerige.

Hier findest du eine Liste mit den besten eiweißhaltigen Lebensmitteln für deine Ernährung und kannst bestimmen, wie viel Eiweiß du pro Tag essen solltest.

3.) Vermeide Hunger, um langfristige Erfolge zu erzielen

Wer versucht sich schlank zu hungern, der wird schnell merken, dass das eine schlechte Idee ist. Achte neben der ausreichenden Aufnahme von Eiweiß deshalb darauf viele Lebensmittel mit wenig Kalorien pro 100 Gramm in deine Ernährung einzubauen.

Dadurch bist du seltener hungrig und kannst dauerhafte Erfolge erzielen. Hier findest du noch 12 weitere Tipps, die dir dabei helfen ohne Hunger abzunehmen.

4.) Denke langfristig

Statt etwas zu essen, von dem jemand behauptet, dass du damit über Nacht 2 Kilogramm Körperfett verlieren würdest, solltest du lieber an langfristigen Erfolgen interessiert sein.

Beschäftige dich deshalb mit dem Thema Abnehmen und stell deine Ernährung Schritt für Schritt um. So wirst du dauerhafte Ergebnisse erzielen und deine Zeit nicht mit falschen Versprechungen verschwenden.

Fazit

Der Kilokick ist definitiv kein Wundermittel und kann unter Umständen sogar zu einer Lebensmittelinfektion führen.

Die Erfolge, die manche Leute damit erzielen, sind ausschließlich auf natürliche Gewichtsschwankungen und auf keinen direkten Fettabbau zurückzuführen. Um wirklich Fett abzubauen, ist ein Kaloriendefizit das Einzige, was etwas bringt.

Wie sieht es mit dir aus? Hast du schon mal vom Kilokick gehört oder glaubst du sogar daran, dass er dir beim Abnehmen hilft?

Lass jetzt gerne einen Kommentar da, auch falls du irgendwelche Fragen hast.

Bis dahin verabschiede ich mich vorerst. Liebe Grüße und bis demnächst, Lukas.
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1 Kommentar

  1. Antonia sagt:

    Genau so ist es. Aber wie du sagst: die Leute wollen es immer einfach und schnell ohne Hintergründe zu hinterfragen. Bis der nächste Hype entsteht. Stets vernünftig und ausgewogen essen ist eben anstrengender!

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