CBD Öl – Wirkung, Nebenwirkungen, Anwendung und Einnahme

CBD Öl Titelbild
Geschrieben von Lukas Lengauer, BSc - Letztes Update: August 2018

CBD Öl ist auch unter dem Begriff Hanföl bekannt. Dabei handelt es sich um ein Nahrungsergänzungsmittel, welches als aktiven Wirkstoff Cannabidiol enthält und somit nicht berauschend wirkt.

CBD Öl wird vor allem gegen Schmerzen und zur Behandlung von Schlafstörungen eingesetzt. Weitere potentielle Anwendungsgebiete sind Krebs, Depressionen, Migräne, Parkinson und Multiple Sklerose.

Im nachfolgenden Artikel werden wir uns ansehen, wie die wissenschaftlichen Studien in Bezug auf CBD Öl derzeit aussehen. Außerdem gehen wir im Rahmen dieses Beitrags gemeinsam auf die Wirkung und mögliche Nebenwirkungen sowie die korrekte Dosierung und Anwendung ein.

Generelle Informationen

Cannabis Pflanze für CBD Öl

Die meisten Leute, die die Wörter Marihuana, Gras oder Cannabis hören, denken sofort an die damit assoziierte Droge, die im deutschsprachigen Raum illegal ist.

Deutlich weniger bekannt ist in der Öffentlichkeit allerdings, dass Hanf, der signifikante Mengen THC enthält, auch als medizinisches Produkt eingesetzt oder zu Medikamenten verarbeitet wird.

THC, welches ausgeschrieben Tetrahydrocannabinol heißt und für die rauschauslösende Wirkung von Marihuana verantwortlich ist, ist allerdings bei weitem nicht das einzige Cannabinoid, welches in den illegalen Suchtmitteln enthalten ist.

In den letzten Jahren rückte das sogenannte CBD verstärkt in den Fokus der Aufmerksamkeit. Hierbei handelt es sich um Cannabidiol. Einen legalen Inhaltsstoff von Cannabis, der zwar nicht berauschend wirkt, aber positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit und Krankheiten haben kann.

Wirkung

Psychoaktives Cannabis, welches auch THC enthält, wird schon längere Zeit zur Behandlung diverser Erkrankungen eingesetzt. In den letzten Jahren wurde allerdings zunehmend bekannt, dass CBD möglicherweise einzigartige Wirkungen hat, die THC nicht hat.

Derzeit nimmt man an, dass das dadurch bedingt ist, dass sich CBD vor allem auf die sogenannten Calciumkanäle auswirkt, was bei THC nicht der Fall ist. Dadurch erklärt sich zum Beispiel, warum THC bei der Behandlung von kindlicher Epilepsie keine Wirkung zeigt, während CBD in Studien durchaus eindrucksvolle Effekte vorweisen konnte.

Auch zur Behandlung von weiteren Erkrankungen wird die Anwendung von CBD Öl derzeit untersucht. In den nachfolgenden Absätzen sehen wir uns die Wirkung, die das Öl bei der jeweiligen Krankheit haben kann, im Detail an.
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Angststörungen, Depressionen und Schizophrenie

Eine Angststörung kann sich auf verschiedene Arten manifestieren. Das reicht von relativ harmlosen Ticks bis hin zu schweren Panikattacken, welche eine stark negative Auswirkung auf das Leben der Betroffenen haben können.

Während es beim Konsum von THC zu einer deutlichen Verstärkung von Angststörungen kommen kann, ist das bei Cannabidiol fast nie der Fall, da es keine psychoaktive Wirkung hat.

Aus Tierstudien weiß man bereits, dass CBD sogar eine angsthemmende Wirkung haben kann.

Und auch bei wissenschaftlichen Untersuchungen mit menschlichen Probanden konnte das bestätigt werden.

So zeigt zum Beispiel diese Studie, dass die Gabe von 400 Milligramm Cannabidiol bei einer Sozialphobie (soziale Angststörung) zu einer signifikanten Verbesserung der Symptomatik führte. Diesen Effekt führten die Forscher auf eine stärkere Aktivierung von bestimmten Hirnregionen zurück.

Bei Depressionen scheint die Datenlage eher gemischt zu sein. Hier konnten im Rahmen einer groß angelegten Studie teils positive und teils gar keine Effekte festgestellt werden.

Eine weitere, schwere psychische Erkrankung ist die sogenannte Schizophrenie.

Hier scheint CBD antipsychotische Effekte zu haben. Zusätzlich dazu weißen die Wissenschaftler in der verlinkten Studie darauf hin, dass Cannabidiol bei weitem nicht so starke Nebenwirkungen wie die klassischen Medikamente hat.

Insgesamt sind die Resultate in Bezug auf psychische Erkrankungen also durchwegs positiv. Deshalb darf man gespannt sein, was weitere wissenschaftliche Untersuchungen noch ans Licht bringen werden.

CBD Öl gegen Schmerzen

Ein weiteres Anwendungsgebiet von CBD Öl ist die Schmerztherapie.

Zu allererst sollte hier die Behandlung von chronischen Schmerzen angesprochen werden, wie sie beispielsweise bei der Multiplen Sklerose auftreten.

In einer wissenschaftlichen Studie konnte gezeigt werden, dass ein Spray, der neben Cannabidiol auch THC enthielt, die Schmerzen von Patienten mit dieser Erkrankung deutlich minderte. Eine weitere Untersuchung bestätigt diese Ergebnisse.

In einem Review aus dem Jahre 2008 wurde untersucht, ob Cannabidiol dazu geeignet ist Schmerzen zu behandeln, die sonst kaum bekämpft werden können. Die Wissenschaftler kamen dabei zu dem Schluss, dass CBD eine positive Wirkung hatte und zusätzlich frei von Nebenwirkungen war.

Insgesamt scheint CBD Öl also eine geeignete Alternative für die Behandlung von Schmerzen zu sein. Bevor man einfach so mit der Einnahme beginnt, sollte man die genaue Vorgangsweise allerdings mit dem behandelnden Arzt absprechen.

Wirkung gegen Krebs?

Wie das National Institute on Drug Abuse (NIDA) schreibt, gibt es zahlreiche Studien, die die krebsvorbeugende Wirkung von CBD bestätigen.

Dazu gehört unter anderem ein schnelleres Absterben von Krebszellen, ein verlangsamtes Tumorwachstum und die Hemmung der Metastase.

Wahrscheinlich sind diese Effekte auf die anti-oxidativen und anti-entzündlichen Eigenschaften von Cannabidiol zurückzuführen.

Da es sich bei den verwendeten Daten aber um keine direkten Studien am Menschen handelt, kann noch nicht eindeutig gesagt werden, ob CBD Öl bei oder gegen Krebs verwendet werden sollte.

Mittlerweile laufen allerdings zahlreiche klinische Studien, die teils von der Pharma Industrie unterstützt werden, um potentielle Medikamente mit Cannabidiol zu entwickeln. In diesen Studien konnte zum Beispiel festgestellt werden, dass CBD die Nebenwirkungen einer Chemotherapie reduzieren kann.

Akne

Jeder, der in jungen Jahren daran gelitten hat oder immer noch daran leidet, weiß, dass Akne äußerst unangenehm sein kann. Nicht selten ist der psychische Leidensdruck so groß, dass die Betroffenen zu starken Medikamenten greifen, die unter Umständen schwere Nebenwirkungen haben.

Da die Einnahme von CBD Öl fast immer nebenwirkungsfrei ist, wäre es natürlich eine gute Alternative.

In einer neuen Studie aus dem Jahr 2016 sahen sich A. Oláh und seine Kollegen an, ob CBD Öl geeignet ist, um Akne zu bekämpfen.

Die Ergebnisse der Forscher fielen dabei durchaus gut aus, da die anti-entzündliche Wirkung des CBD Öls die Hautzellen positiv beeinflusste. Weil es sich aber nur um eine Studie mit Zellen handelte, sind weitere wissenschaftliche Untersuchungen abzuwarten, bevor endgültige Schlüsse gezogen oder Empfehlungen abgegeben werden können.

Schlafstörungen

Da CBD eine angstlösende Wirkung hat, wird auch oft behauptet, dass es schlaffördernd wirken soll.

In einer Studie aus dem Jahr 2004 wurde den Teilnehmern ein CBD Spray, ein THC Spray oder eine Mischung aus beiden Sprays verabreicht. Daraufhin beurteilten die Wissenschaftler den Schlaf der Probanden.

Insgesamt kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass THC sedierend wirkt, während CBD sogar zu einer erhöhten Alarmbereitschaft führte.

Es ist es also fraglich, ob CBD Öl gegen Schlafstörungen überhaupt eingesetzt werden sollte, da es bei dieser Indikation womöglich kontraproduktiv wirkt.

Migräne

Wer ständig von Kopfschmerzen geplagt wird, bekommt oft die Diagnose Migräne.

Auch hier soll die Einnahme von CBD angeblich Abhilfe verschaffen.

Wirklich viele Studien wurden auf diesem Gebiet allerdings noch nicht durchgeführt. Man weiß lediglich, dass Personen, die medizinisches Marihuana konsumieren, weniger starke Symptome verspüren.

Ob dieses Ergebnis auf CBD Öl übertragbar ist, bleibt allerdings fraglich.
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Nebenwirkungen

Über die verschiedenen Wirkungen, die Cannabidiol bei diversen Krankheiten haben kann, hätten wir nun gesprochen. Doch kann es bei der Einnahme auch zu Nebenwirkungen kommen?

Generell ist es so, dass bei CBD Öl nur in äußerst seltenen Fällen mit Nebenwirkungen zu rechnen ist.

Trotz allem sollte man währenddessen Koffein und andere Stimulanzien meiden, da diese womöglich das Risiko für unerwünschte Wirkungen erhöhen.

Marihuana, welches auch THC enthält, hemmt außerdem die Enzyme CYP3A4 und CYP2C19, welche bei der Verstoffwechselung von Medikamenten eine Rolle spielen. Die gleichzeitige Einnahme von CBD Öl und anderen Medikamenten ist deshalb kritisch zu sehen, auch wenn im Öl selbst kein THC enthalten ist.

Schwangere, Stillende und Kinder sollten kein CBD Öl einnehmen. Falls Kinder im Haushalt leben, so sollte das Fläschchen außerhalb ihrer Reichweite aufbewahrt werden.

Sollte es im Rahmen der Anwendungen doch zu Nebenwirkungen kommen, so sind die folgenden Beschwerden möglich:

Übelkeit und Erbrechen
Trockener Mund
Durchfall
Veränderter Appetit
Angstzustände und depressive Verstimmungen

Falls du etwas Derartiges feststellst, muss die Einnahme unterbrochen und ein Arzt konsultiert werden.

Erfahrungen

Ich selbst habe mit CBD Öl noch keine Erfahrungen gemacht.

Da die wissenschaftlichen Ergebnisse bis dato aber vielversprechend klingen, könnte es sein, dass ich in Zukunft mal einen Test mache.

Andere Nutzer berichten im Internet davon, dass sie entweder gar nichts gespürt haben oder beispielsweise eine sehr angenehme Schmerzlinderung empfunden haben.

Da CBD Öl nicht psychoaktiv ist, darf man allerdings nicht davon ausgehen, dass man wirklich sofort etwas spüren würde. Viel eher zeigt sich die Wirkung dadurch, dass die Symptome etwas gelindert werden.

Wie bei klassischen Medikamenten kann es außerdem sein, dass es zu einem Placebo Effekt kommt. Dieser Umstand macht es natürlich deutlich schwerer die zahlreichen Erfahrungen aus dem Internet einzustufen.

Da ein Fläschchen CBD Öl nicht wirklich viel kostet, kann es das Ganze aber durchaus wert sein.

Dosierung und Einnahme

Nachdem die Wirkung von CBD von Person zu Person unterschiedlich ist, gibt es auch keine konkrete Angabe für die Dosierung.

Insgesamt ist allerdings darauf zu achten, dass man mit einer eher geringen Menge anfängt und diese je nach Bedarf erhöht. Auf keinen Fall sollte man gleich eine höhere Dosierung einnehmen als jene, die auf der Packung vom Hersteller angegeben wird.

Zusätzlich dazu sollte man auch beachten, dass die jeweils notwendige Menge vom Anwendungsgebiet abhängt. So ist bei der Behandlung von Epilepsie im Normalfall eine höhere Dosierung notwendig als bei der Behandlung von chronischen Schmerzen.

Die Einnahme von CBD Öl erfolgt am besten mehrmals täglich. Dabei wird die tägliche Gesamtdosis gleichmäßig auf die einzelnen Gaben aufgeteilt.

Im Vergleich zu anderen Formen wirkt das Öl relativ rasch, da es im Verdauungstrakt schnell aufgenommen werden kann. Erfolgt die Einnahme nach dem Essen, so dauert es deutlich länger bis die Wirkung eintritt.

Generell sollte man sich auch bei der Dosierung an die Angaben des Herstellers halten und die genaue Einnahme zusätzlich mit einem Arzt besprechen.

Ist CBD Öl legal in Deutschland, der Schweiz und Österreich?

Ja, im Vergleich zu THC-haltigen Produkten sind CBD Öl und andere CBD-haltige Produkte in Deutschland, der Schweiz und Österreich legal.

Das liegt ganz einfach daran, dass das Gesetz THC als illegale Substanz sieht und nicht CBD.

Insgesamt ist das auch sehr sinnvoll, denn CBD hat ja keine psychoaktive Wirkung und sollte somit nicht als Rauschmittel klassifiziert werden. Viel eher ist es als eine Art alternatives Therapeutikum zu sehen, welches womöglich mehr Anwendungsgebiete hat, als man derzeit noch annimmt.

CBD Öl selbst herstellen?

Neben dem Öl gibt es am Markt auch Cannabisblüten zu erwerben, die fast ausschließlich CBD und kein THC enthalten. Aus diesen könnte man das Öl rein theoretisch selbst herstellen.

Da dies jedoch einige chemische Grundkenntnisse erfordert und durch den Einsatz von Lösungsmitteln oder hohem Druck gefährlich ist, rate ich dir davon ab, das Ganze zu probieren.

Die paar Euro, die man sich dadurch spart, sind das Risiko einfach nicht wert. Zusätzlich zur Brand- und Explosionsgefahr ist das Risiko, dass du ein unreines Endprodukt erhältst, nämlich höher als bei der gekauften Variante.

Bestes CBD Öl kaufen

Beim Kauf von CBD Öl sollten die nachfolgenden Dinge beachtet werden:

1.) CBD-Gehalt im Produkt

Umso höher der CBD-Gehalt, umso weniger muss man davon nehmen. Aus diesem Grund ist ein hoher CBD-Gehalt generell als gut einzustufen.

Bedenke jedoch, dass es dadurch auch leichter ist eine Überdosis zu erwischen.

2.) Zertifizierung durch unabhängige Labore

Wenn ein Hersteller wirklich transparent ist, dann sollte er ein Zertifikat haben, welches durch ein unabhängiges Labor ausgestellt wurde. Zusätzlich dazu ist es auch noch wünschenswert, dass der Hersteller eine genaue Analyse der derzeitigen Charge Verfügung stellt. Diese sollte ebenfalls von einem unabhängigen Labor durchgeführt worden sein.

Durch diese zwei Faktoren können Verunreinigungen ausgeschlossen werden und gleichzeitig wird bewiesen, dass auch wirklich die angegebene Menge CBD im Endprodukt enthalten ist.

Fazit

CBD Öl enthält den Inhaltsstoff Cannabidiol, welcher möglicherweise zur Behandlung von Schmerzen, psychischen Erkrankungen, Schlafstörungen und Migräne eingesetzt werden kann.

In den letzten Monaten erlebte das Nahrungsergänzungsmittel einen wahren Hype, der teilweise gerechtfertigt ist. Für eine vollständige Beurteilung fehlen allerdings noch klinische Studien, die die Wirksamkeit und die Sicherheit bestätigen.

Wie sieht es mit dir aus? Hast du schon Erfahrungen mit CBD Öl gemacht? Und wenn ja, wie sind diese ausgefallen?

Hinterlasse jetzt einen Kommentar, auch falls du irgendwelche Fragen zu dem Thema haben solltest.

Bis dahin verabschiede ich mich vorerst.

Liebe Grüße und bis bald, Lukas.
Cannabis Pflanze
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2 Kommentare

  1. Konny sagt:

    Ich nehme CBD Öl seit Januar täglich gegen Fibromyalgie und starke Migräne ein. Mir hat es sehr geholfen, habe mit 5 angefangen und dann auf 24. Nach 3 Monaten habe ich schon eine Besserung gespürt.

    • Lukas sagt:

      Hallo Konny,

      vielen dank für deinen Erfahrungsbericht. Könntest du mir und den anderen noch sagen, was du mit den Zahlen für die Dosierung genau meinst? Ich nehme an, dass das Milligramm sind, oder?

      Viele Grüße,
      Lukas

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